Thorsten_Boeckers_Chief_Negroni_Officer_Negroni_Manufaktur
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VOM ERSTEN SCHLUCK ZUR EIGENEN MANUFAKTUR

Wer ist der Gründer der Negroni Manufaktur?

Mein Name ist Thorsten Boeckers. Ich genieße gerne: das Leben, gutes Essen und Getränke.


Die Idee zur Negroni Manufaktur begann mit meinem ersten Schluck Negroni. Jahrzehnte her. Ein tolles Zeug! Aber da geht noch mehr, dachte ich mir.


Nach einigen Experimenten mit kleinen Holzfässchen und verschiedenen Mischungen zuhause ist die Idee entstanden, daraus etwas aufzubauen und jeden an diesem Genuss teilhaben zu lassen.


Ich war in meinem vorherigen Leben Banker, Investor Relations Manager und Vorstand. Ich habe in Aachen, Frankfurt, Bonn, New York, München und Kassel gelebt.


Jetzt lebe ich dauerhaft im schönen Oberbayern und arbeite so wie ich bin für die eigene Idee: selbst und sorgfältig!

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Interview mit Thorsten Boeckers, Gründer Negroni Manufaktur

Die Welt der Cocktails ist groß und bunt. Warum hast Du Dich ausgerechnet für Negroni entschieden?

Persönliche Leidenschaft würde ich sagen. Ich habe irgendwann vor mehr als 25 Jahren den Negroni für mich persönlich entdeckt. Wann immer ich in einer Bar oder einem Restaurant war, habe ich mir einen Negroni mixen lassen. Damals musste man den meisten noch erklären was ein Negroni eigentlich ist – selbst in guten Bars und Restaurants. Ich mag das Zusammenspiel von süßen und bitteren Komponenten und die vielen verschiedenen Spielarten, abhängig davon, welchen Gin oder Wermut man verwendet.

Du kommst aus einer komplett artfremden Branche – aus der Finanzwelt. Wie hast Du den Bogen von dort zur Gründung der Negroni Manufaktur gespannt?

Was mich bei den bereits erwähnten, zahlreich degustierten Negroni häufig gestört hat war die mangelnde Qualität der Zutaten. Vielleicht wird auf den Gin noch Wert gelegt. Aber als Wermut und Bitter werden häufig nur industriell hergestellte Standardprodukte verwendet. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, mir meinen Negroni zuhause selbst zu mixen. Da hatte ich die Qualität der Zutaten unter Kontrolle. Ich habe in dem Rahmen viele verschiedene Wermut und Bitter verkostet – Gin sowieso. Dazu gehörte dann auch irgendwann, die Mischung in mein kleines Holzfässchen zu legen, welches in meinem Keller schlummerte. So war die Idee geboren. Als ich dann im Jahr 2022 der Finanzwelt nach fast 30 Jahren Tätigkeit in verschiedenen Funktionen den Rücken gekehrt hatte, mich aber noch zu jung fühlte zum Rosen schneiden, habe ich die irgendwo bereits schlummernde Geschäftsidee ausgiebig durchgerechnet und mich dazu entschlossen die Negroni Manufaktur aus der Taufe zu heben.

Einen Negroni zu mixen ist ja kein Hexenwerk. Wer sind Deine Kunden und warum kaufen sie fertig gemischte Cocktails in Flaschen?

Die Kundenbasis ist durchaus breit und jede Gruppe hat natürlich auch ihre eigene Motivation. Auf der Geschäftskundenseite sind meine Kunden vorwiegend Feinkostgeschäfte oder Vinotheken. Die wollen ihren Kunden etwas Besonderes bieten im Verkauf oder auch im Ausschank. Der Vorteil für Vinotheken zum Beispiel ist: sie müssen nicht die notwendigen Zutaten vorhalten und selbst mixen. Das spart Zeit, jeder Mitarbeiter kann einen Negroni einschenken und auch die Kostenbasis ist klar kalkulierbar. Bei den Privatkunden sind die Gründe mannigfaltig. Wichtig ist allen Kunden die hohe Qualität unserer Produkte. Ausgezeichnete Zutaten münden auch in einem besonderen Geschmack des fertigen Produkts. Keine Zusätze, keine Farbstoffe und echte Handarbeit die man schmeckt. Zudem spart man sich die Zutaten selbst alle in der Bar vorrätig haben zu müssen. Einen Wermut, zum Beispiel, kann man nicht ewig „offen“ stehen lassen, ohne dass er an Geschmack verliert. Unsere Negroni sind ganz natürlich länger haltbar. Für andere wiederum ist der regionale Bezug wichtig. München wird von den Münchnern eh geliebt. Aber auch für viele außerhalb Münchens ist die Stadt und ihre Umgebung ein Sehnsuchtsort, den man sich mit unserem Negroni di Monaco oder Giesinger Negroni nach Hause holen kann. Das ist auch wieder interessant für Kunden die Souvenirs aus München verkaufen.

Lass uns mal über einen Deiner Negroni im Detail sprechen. Du hast den Negroni di Monaco schon erwähnt. Wie ist der Name entstanden und was ist das Besondere an diesem Cocktail?

Der Negroni di Monaco ist sozusagen mein Ur-Negroni. Gin von einem Münchner Brenner, Wermut aus Südtirol und Bitter vom Chiemsee. Er kommt einem klassischen Negroni am nächsten, aber ohne Farbstoffe und Zugaben. Reiner Geschmack, der es in sich hat. Beim Negroni di Monaco steht der Wermut im Vordergrund. Bestehend zu 90% aus Sangiovese-Trauben, ist dieser für sich genommen schon ein großartiges Getränk. Beim Negroni di Monaco gibt man nur noch Eis und Orangenscheibe hinzu und genießt.

Der Name ist eine Hommage an die Stadt München, der gleichzeitig die Verbindung zur Heimat des Negroni – Italien – herstellt. Die Italiener sagen zu München „Monaco“. Man kann also auch sagen: Cin cin meets Oans, Zwoa Gsuffa.

Trotz aller Berufserfahrung in der Finanzwelt, die Herstellung von Spirituosen ist sicherlich etwas besonderes. Hast Du im Rahmen Deiner Tätigkeit etwas gelernt?

Oh, jede Menge. Es war ja vorher wirklich nicht meine Welt. Ich könnte jetzt zahlreiche Geschichten über die Eigenheiten der Lebensmittelverordnung, Etikettenkennzeichnungspflicht oder Alkoholsteuer zum Besten geben. Ein besonderer Lerneffekt, der mir in Erinnerung geblieben ist, ist die Namensgebung des Produkts. Der Negroni di Monaco hieß anfänglich „MonGroni“ – ein Kunstbegriff, der sich eben aus „Monaco“ und „Negroni“ zusammensetzt. Fand ich persönlich eine super Idee, vielleicht auch weil es meine war. Aber ich habe festgestellt: der Name ist nicht selbsterklärend und erschließt sich vielen nicht gleich als das Produkt, was es eigentlich ist: ein Negroni. Wir haben ihn dann umbenannt in Negroni di Monaco. Da steht drauf was drin ist. Und insbesondere die Münchner wissen natürlich, wofür Monaco steht.

Wie würdest Du einen Negroni trinken?

Ich bevorzuge den Negroni aus einem schönen, schweren Whiskytumbler zu trinken. Zunächst gibt man Eis in das Glas - am liebsten einen möglichst großen Würfel. Dann lässt man den Negroni langsam über das Eis in das Glas laufen. Zum Schluss kommt eine Orangenscheibe dazu. Eine Orangenzeste ist natürlich auch etwas Feines. Bei unserem Giesinger Negroni empfehle ich immer eine Zitronenscheibe.

Wann trinkt man einen Negroni?

Auf die Frage antworte ich normalerweise: Drei mal am Tag 😀 Zum Frühstück, vor dem Abendessen und nach dem Abendessen. Ernst beiseite. Negroni ist ja klassisch ein Aperitif - also ein Getränk, das den Appetit anregen soll. Insofern: vor dem Essen. Aber ich denke da gibt es keine Konventionen, man kann ihn genauso gut als Absacker nach einem guten Essen oder mit Freunden auf der Terrasse genießen.

Du hast auch einen Exoten im Angebot, den Negroni di Namibia. Was hat es damit auf sich?

Ein Freund ist gebürtiger Namibier. Eines sonnigen Tages - noch vor der Gründung der Negroni Manufaktur - sind wir beide in einen Biergarten geradelt. Dort habe ich ihm von meiner Idee mit dem Negroni di Monaco erzählt. Das hat ihm gefallen und er meinte, mach doch auch einen NamGroni. Also einen Negroni mit Zutaten aus Namibia. So ist der Negroni di Namibia entstanden. Und er ist ein wirklicher Exot mit köstlichen Zutaten. Basis ist ein Gin mit dem Geschmack sonnengereifter Datteln und der namibischen Teufelskralle. Verfeinert wird das Ganze mit Kardamom und Java Pfeffer. Wir bauen auch den Negroni di Namibia natürlich in unserem Holzfass aus. Der ist recht kräftig, deswegen empfehle ich hier: Orangenscheibe und Eis dazu und als Digestif genießen.

Was ist Dir wichtig, wenn es um die Auswahl der Rohstoffe geht?

Regionalität der Produkte und persönlicher Kontakt zu den Herstellern. Die Gins die wir verwenden kommen aus München, der Bitter vom Chiemsee. Den Wermut beziehen wir entweder aus Südtirol oder aus dem Breisgau. Ganz wichtig ist mir auch die Qualität der Ausgangsprodukte. Ich mag keine Farbstoffe oder ähnliche künstlichen Zusätze in unseren Produkten.

Der Giesinger Negroni ist nach dem Münchner Stadtteil Giesing benannt. Warum?

Richtig. Vor allem, weil die Negroni Manufaktur in München-Giesing beheimatet ist. Wir haben aber noch mehr Giesing reingepackt. Der Gin, den wir für unseren Giesinger Negroni verwenden, enthält den Lemondrop-Hopfen und Quellwasser von Giesinger Bräu. Ein klassischer Negroni, ein wenig fruchtig, mit einer leichten Zitrusnote.

Deine Negroni sind ja trinkfertig. Kann man sie trotzdem noch weiter mixen?

Genau, wir haben den leckeren italienischen Cocktail in die Flasche gebraucht. Ready to drink - wie man heute so schön sagt. Der Fantasie sind dennoch keine Grenzen gesetzt 🤗. Man kann aus dem Giesinger Negroni oder dem Negroni di Monaco wunderbar einen Sbagliato machen, also mit Sekt mischen. Sehr spritzig, sehr lecker. Den Negroni di Monaco mische ich ab und an gerne mit Tonic Water. Das reduziert den Alkohol ein wenig und ist wunderbar zum Vorglühen. Auf unserer Website www.negroni-manufaktur.de findet man zahlreiche Rezepte und auch weitergehende Ideen, die über das reine trinken von Negroni hinausgehen. Zum Beispiel: schonmal an Negroni auf's Butterbrot gedacht?

Was ist Dein Ziel mit der Negroni Manufaktur?

Das Ganze begann ja eher als Hobby - dem Status ist die Negroni Manufaktur längst entwachsen. Das Unternehmen soll in einem gesunden Tempo wachsen. Im Großraum München habe ich bereits einen großartigen Kundenstamm aufgebaut. Kunden, die bei Ihrer Sache genauso mit Leidenschaft dabei sind wie ich. Feinkosthändler, Vinotheken, Souvenirgeschäfte - unsere Negroni passen perfekt in das Sortiment und die Philosophie unserer Kunden. Auch über die Stadtgrenzen von München hinaus wächst der Kundenstamm langsam, aber stetig. Mein Hauptziel ist und bleibt, Spaß an der Arbeit zu haben.

Wieviel Alkohol hat ein Negroni?

Das ist ganz individuell, denn auf das letztliche Mischungsverhältnis kommt es an. Unsere Negroni sind pur - also nicht mit Wasser gemischt (ja, das machen manche!). Wir liegen deswegen beim Negroni di Monaco und bei Giesinger Negroni in der Region von 26%/27%. Unser Negroni di Namibia ist stärker, er liegt bei rund 37%.

Die Fragen stellte Johannes Quirin vom Podcast "Käse, Wein & Blablabla - Der Genusstalk"

www.genusstalk.de